Saisonkalender
Saisonale Orientierung für Deutschland. Die Bedingungen vor Ort können abweichen.
Welche Art ist mit Flockenstieligem Hexenröhrling gemeint?
Die DGfM führt die Art als Neoboletus erythropus. Im BfR-Ratgeber steht der ältere Name Boletus erythropus; Pilze am Ammersee nennt außerdem Neoboletus luridiformis als Synonym. Diese unterschiedlichen Bezeichnungen begegnen dir in den Quellen. Der ähnliche deutsche Name Netzstieliger Hexenröhrling bezeichnet dagegen eine andere Art, Suillellus luridus.
Den Röhrlingsvergleich erweitern
Auch der Steinpilzführer hilft dir, auf Hutunterseite und Stieloberfläche zu achten. Lies die Beschreibungen nebeneinander, statt alle braunhütigen Röhrlinge nach einer einzigen Faustregel zu bestimmen.
Zum Vergleich: SteinpilzeIn welchen Wäldern wachsen Flockenstielige Hexenröhrlinge?
Die Artbeschreibung von Pilze am Ammersee nennt vor allem Nadelwälder mit Moos und Nadelstreu, seltener Laubwälder, meist auf sauren Böden. Das Wiener Marktamt beschreibt die Art ebenfalls als kalkmeidend. Achte bei einer Waldtour deshalb auf den konkreten Bestand und den Untergrund. Eine passende Landschaft allein verspricht noch keinen Fund.
Beispiele aus Bayern und Baden-Württemberg
Der Naturpark Oberer Bayerischer Wald stellt die Art als Partner verschiedener Laub- und Nadelbäume vor. Auch die Pilzbroschüre des Naturparks Schönbuch behandelt sie. Unsere Guides zu Bayern und Baden-Württemberg ergänzen diese Beispiele um Waldlandschaften und örtliche Regeln. Die Quellen belegen keine heutige Pilzlage an einem bestimmten Wanderweg.
Wann ist Saison für Flockenstielige Hexenröhrlinge?
Der BfR-Ratgeber nennt Mai bis November. Diesen Zeitraum zeigt der Kalender. Die Broschüre des Naturparks Oberer Bayerischer Wald nennt Juli bis Oktober. Solche unterschiedlichen Angaben sind ein Grund, die Monatsleiste als Orientierung zu lesen: Sie sagt nicht, wann in deinem Wald die ersten Fruchtkörper erscheinen oder wie viele du finden kannst.
Den Kalender mit eigenen Beobachtungen ergänzen
Notiere den Monat, die Baumarten und fachkundig bestätigte Funde, wenn du eine Route wieder besuchst. Aus einer einzelnen Beobachtung lässt sich kein fester Erntetermin ableiten. Der Kalender markiert deshalb weder vermeintliche Spitzenmonate noch eine aktuelle Fundwahrscheinlichkeit.
Flocken, Poren und Blaufärbung gemeinsam prüfen
Das Wiener Marktamt beschreibt einen dunklen, braunen Hut, rasch rot werdende Poren und einen gelben Stiel mit kleinen roten Flocken statt einer Netzzeichnung. Das gelbe Fleisch blaut beim Anschneiden schnell und deutlich. Betrachte den vollständigen Fruchtkörper: Rote Poren und Blaufärbung kommen auch bei anderen Röhrlingen vor.
Netzstieligen Hexenröhrling berücksichtigen
Beim Netzstieligen Hexenröhrling trägt der Stiel eine Netzzeichnung. Die Ammersee-Beschreibung warnt aber, dass diese bei sehr jungen Exemplaren noch fehlen kann. Ein scheinbar fehlendes Netz reicht daher nicht zur sicheren Zuordnung. Behandle einen unklaren Fund nicht einfach als essbare Variante.
Satansröhrling und Schönfußröhrling einbeziehen
Das BfR nennt beide als giftige Verwechslungsarten. Beim Satansröhrling beschreibt es einen hellen Hut, rote Poren und einen genetzten Stiel; beim Schönfußröhrling gelbe Poren und ebenfalls ein Stielnetz. Beide können blauen. Die Farbänderung ist also weder ein Giftigkeits- noch ein Essbarkeitstest. Diese Beispiele sind kein vollständiger Bestimmungsschlüssel.
Auch Maronenröhrlinge vergleichen
Der Maronenröhrlingsführer ergänzt den Vergleich von Poren und Stiel. Nutze solche Gegenüberstellungen zum Lernen. Iss einen unsicher bestimmten Fund nicht und probiere ihn auch nicht roh zur Bestimmung.
Zum Vergleich: MaronenröhrlingeEin Foto oder eine Beschreibung liefert keine Verzehrfreigabe. Über das DGfM-Verzeichnis findest du Pilzsachverständige für eine persönliche Prüfung deiner vollständigen Funde.
Warum darfst du Flockenstielige Hexenröhrlinge nicht roh essen?
Die Schönbuch-Broschüre weist auf Verdauungsbeschwerden nach rohem Verzehr hin. Die DGfM-Speisepilzliste setzt ausreichendes Erhitzen voraus. Iss diese Pilze deshalb weder roh noch nur kurz angebraten, sondern ausschließlich sicher bestimmt, frisch und vollständig durchgegart. Erhitzen macht einen verwechselten Giftpilz nicht zuverlässig unschädlich.
Frische und Transport bleiben wichtig
Die DGfM empfiehlt einen luftigen Korb statt einer Plastiktüte. Halte unbekannte Exemplare für die Beratung getrennt von den Speisepilzen. Alte, verdorbene oder nicht sicher bestimmte Pilze gehören nicht in die Mahlzeit. Auch ein Speisepilz kann individuell unverträglich sein.
Welche Sammelregeln gelten am Fundort?
§ 39 Absatz 3 des Bundesnaturschutzgesetzes erlaubt unter Bedingungen die schonende Entnahme geringer Mengen für den persönlichen Bedarf an Stellen ohne Betretungsverbot. Eine feste Kilogrammzahl nennt die Vorschrift nicht. Zusätzliche Artenschutzbestimmungen, Schutzgebietsregeln und örtliche Sperrungen sind weiterhin zu beachten. Prüfe den konkreten Ort vor deiner Tour.
Im Nationalpark Schwarzwald bleiben die Pilze stehen
Im Nationalpark Schwarzwald ist das Sammeln von Pilzen untersagt. Bleibe dort auf den beschilderten Wegen und beachte Sperrungen. Der Guide zu Baden-Württemberg hilft dir, den Nationalpark von der größeren Landschaft Schwarzwald und anderen Schutzgebieten zu unterscheiden.
Quellen
- [1]Bundesinstitut für Risikobewertung: Risiko Pilze, Flockenstieliger Hexenröhrling und Verwechslungsarten (PDF)
- [2]Stadt Wien, Marktamt: Flockenstieliger Hexenröhrling, biologische Merkmale
- [3]Pilze am Ammersee: Flockenstieliger Hexenröhrling, Edmund Garnweidner
- [4]Naturpark Oberer Bayerischer Wald und LBV Cham: Schwammerl-Broschüre, Flockenstieliger Hexenröhrling (PDF)
- [5]Naturpark Schönbuch: Pilze im Schönbuch, Ewald Müller (PDF)
- [6]DGfM: Positivliste der Speisepilze
- [7]DGfM: Grenzen einer Pilzbestimmung anhand von Bildern
- [8]DGfM: Pilzsachverständige finden
- [9]DGfM: Speisepilze, Sammeln, Transport und Zubereitung
- [10]Bundesnaturschutzgesetz: § 39, allgemeiner Schutz
- [11]Nationalpark Schwarzwald: Regeln im Park

