Regionaler Guide · Deutschland

Wo findet man Pilze in Bayern?

Von den Buchenwäldern Frankens über die Kiefernwälder der Oberpfalz bis zu den Bergwäldern im Bayerischen Wald und in den Alpen: Bayern bietet sehr unterschiedliche Lebensräume für Pilze. Dieser Ratgeber hilft dir, eine Tour im Freistaat vorzubereiten, die Saison einzuordnen und die Sammelregeln deines Zielgebiets zu prüfen.

Bayerischer Wald zwischen Waldhäuser und Lusen

Bayerischer Wald zwischen Waldhäuser und Lusen · Foto: Kurt Seebauer · CC BY-SA 3.0 (Bildausschnitt)

Pilzsaison in Bayern: Orientierung nach Art

Allgemeine Zeiträume aus den verlinkten Artenführern, keine regional gemessenen Saisonfenster oder aktuellen Fundprognosen. Dort findest du die Quellen und Hinweise zum Artenschutz. Ein Kalendereintrag bedeutet keine Sammelfreigabe.

SaisonzeitraumAußerhalb des angegebenen Zeitraums

Welche Wälder sind für die Pilzsuche interessant?

Beginne mit dem Lebensraum, wenn du ein Gebiet für deine Tour auswählst. Das Bayerische Landesamt für Umwelt zeigt, wie eng manche Pilze an bestimmte Baumarten gebunden sind: etwa der Fichten-Steinpilz an Fichten oder der Birkenpilz an Birken. Ein bekannter Waldname allein sagt deshalb wenig darüber aus, welche Arten du an einem bestimmten Weg finden kannst.

Buchenwälder in Franken

Spessart, Steigerwald und Rhön gehören zu den bayerischen Schwerpunkten der Buche. Auch im Jura ist sie prägend. Achte vor Ort darauf, ob du durch einen Buchenbestand oder durch einen gemischten Wald gehst. Diese Gebiete dienen hier zur landschaftlichen Orientierung; sie sind keine bestätigten aktuellen Fundstellen und keine pauschale Sammelfreigabe.

Sommersteinpilze bei Buchen und Eichen

Das Projekt Pilze am Ammersee dokumentiert Sommersteinpilze in seinem Gebiet und beschreibt wärmere Buchenbestände sowie Eichen als Lebensraum. Der neue Artenführer vertieft diesen Waldtyp und die Merkmale der Art. Die Dokumentation liefert keine Auskunft über heutige Funde oder erlaubte Sammelstellen.

Totentrompeten in Buchenwäldern kennenlernen

Die LWF dokumentiert Totentrompeten in bayerischen Buchennaturwaldreservaten und in bewirtschafteten Buchenwäldern. Der Artenführer erklärt ihren Lebensraum und ihre Merkmale. Ein historischer Nachweis ist keine aktuelle Fundmeldung und keine Sammelerlaubnis für ein Reservat.

Kiefernwälder in Franken und der Oberpfalz

Die Kiefer spielt besonders in Mittel- und Oberfranken sowie in der Oberpfalz eine Rolle. Die LWF beschreibt dort unter anderem Kiefernwälder auf sandigen Standorten. Vergleiche auf deiner Tour die tatsächlich vorhandenen Bäume: Ein Kiefernwald ist ein anderer Lebensraum als ein nahe gelegener Buchenwald, auch wenn beide auf derselben Wanderkarte liegen.

Trompetenpfifferlinge an moosigen Waldstellen

Das Projekt Pilze am Ammersee dokumentiert Trompetenpfifferlinge und beschreibt feuchte, moosige Nadelwaldstandorte. Der Artenführer erklärt Merkmale, ähnliche Pilze und Sammelregeln. Die regionale Dokumentation sagt nichts über heutige Funde aus.

Edelreizker bei Kiefern kennenlernen

Der Verein für Pilzkunde München dokumentiert Edelreizker bei Kiefer in seiner Fundliste zur Exkursion in Waldperlach vom Oktober 2024. Der Artenführer vertieft die Beziehung zum Baumpartner und den Vergleich mit anderen Milchlingen. Dieser historische Nachweis sagt nichts über heutige Funde oder die Zulässigkeit einer Sammlung am Ort aus.

Kiefernsteinpilze kennenlernen

Norbert Griesbachers Schwammerlsuche in Bayern behandelt Kiefernsteinpilze bei Nadelbäumen auf sandigen, sauren Böden. Der Artenführer ergänzt die Waldübersicht um Merkmale und Saisonangaben. Daraus lassen sich keine aktuellen Vorkommen an einzelnen Wegen ableiten.

Bergwälder im Bayerischen Wald

Im Nationalpark Bayerischer Wald kommen unter anderem Bergmischwälder und Bergfichtenwälder vor. Schon innerhalb dieses Gebiets wechseln die Lebensräume. Unterscheide außerdem die Landschaft Bayerischer Wald vom Nationalpark mit seinen eigenen Grenzen und Regeln. Beide sind nur ein Teil Bayerns; dieser Ratgeber behandelt das gesamte Bundesland.

Flockenstielige Hexenröhrlinge vergleichen

Die Broschüre des Naturparks Oberer Bayerischer Wald behandelt den Flockenstieligen Hexenröhrling als Partner von Laub- und Nadelbäumen. Der Artenführer ergänzt die Waldübersicht um Stielflocken, Saisonzeiten und Verwechslungen. Ein passender Waldtyp ist dabei keine Bestätigung der Art eines Fundes.

Parasolpilze an Wald- und Wiesenrändern kennenlernen

Das Projekt Pilze am Ammersee dokumentiert Parasolpilze in seinem Gebiet und nennt Wälder, Waldränder und naturnahe Wiesen als Lebensräume. Der Artenführer ergänzt die Waldübersicht um diesen Blick auf offenere Standorte sowie Merkmale und Verwechslungsgefahren. Die Nachweise sind keine Auskunft über heutige Funde oder zugängliche Sammelstellen.

Wiesenchampignons auf naturnahem Grünland

Das Projekt Pilze am Ammersee beschreibt Wiesenchampignons auf wenig gedüngten Wiesen und Weiden. Im Untersuchungsgebiet gilt die Art als selten; eine Fundkarte zeigt ihren Rückgang nicht vollständig. Der Artenführer ergänzt die Waldübersicht um Grünlandpilze und wichtige Verwechslungen. Ein dokumentierter Fund erlaubt keine Aussage über das heutige Pilzvorkommen oder den Zugang zu einer Weide.

Schopftintlinge auf Wiesen und an Wegrändern kennenlernen

Der Bericht zum GEO-Tag der Pilze 2020 der BUND-Naturschutz-Kreisgruppe Altötting dokumentiert Schopftintlinge an der Piesinger Leite. Seine Artenliste nennt Wiesen und Wegränder als typische Lebensräume. Der Artenführer erklärt Merkmale, raschen Zerfall und Verwechslungsgefahren. Der historische Nachweis ist keine aktuelle Fundmeldung oder Empfehlung für eine Sammelstelle.

Wälder im Alpenraum und Voralpenland

Auch im bayerischen Gebirge und Voralpenland ist die Buche am Aufbau der Wälder beteiligt, wie die LWF beschreibt. Ein Bergwald ist also nicht automatisch ein reiner Nadelwald. Wähle eine Route, deren Gelände und Länge zu deiner Erfahrung passen, und ordne die Bäume direkt vor Ort ein. Die allgemeine Saisonspanne einer Pilzart ersetzt keine Einschätzung des konkreten Standorts.

Wann ist Pilzsaison in Bayern?

Einen einzigen Saisonbeginn für ganz Bayern gibt es nicht. Der Kalender umfasst die 16 Arten unserer deutschen Artenführer, vom früh erscheinenden Märzschneckling bis zu den Trompetenpfifferlingen im Herbst. Die allgemeinen Zeiträume stammen aus den jeweils verlinkten Artenführern und ihren Quellen. Regionale Nachweise, etwa die Rote Liste des Landesamts für Umwelt für den Schwarzen Steinpilz, ergänzen die Auswahl. Weder diese Nachweise noch die Monatsangaben sagen etwas über heutige Funde aus. Märzschnecklinge und Schwarze Steinpilze sind hier Beobachtungsarten; beachte die Schutzangaben im jeweiligen Artenführer.

Frühjahr: Speisemorcheln

Die beschriebene Saison der Speisemorchel umfasst April und Mai. Die Giftzentrale nennt Laubwälder, Parkanlagen und Obstgärten als Lebensräume. Daraus folgt keine Erlaubnis, private Gärten oder gesperrte Flächen zu betreten. Lies vor der Suche den Morchelführer; er behandelt auch die Verwechslung mit der giftigen Frühlingslorchel.

Sommer und Herbst: Pfifferlinge und Steinpilze

Bei Pfifferlingen reicht der dokumentierte Zeitraum von Juni bis November. Für Boletus edulis nennt die Giftzentrale Juli bis Oktober und Nadelwälder mit Fichten und Kiefern. Diese Angaben helfen bei der Auswahl deiner Zielart. Sie versprechen weder einen Fund an einem bestimmten Ort noch durchgehend gute Bedingungen während aller genannten Monate.

Welche Pilze behandelt dieser Ratgeber?

Zu den verlinkten Artenführern gehören der Fichten-Steinpilz (Boletus edulis), die Speisemorchel (Morchella esculenta) und der Echte Pfifferling (Cantharellus cibarius). Nutze die Artenführer zum Vergleichen von Lebensräumen, Merkmalen und möglichen Verwechslungen. Der Regionalführer ist keine vollständige Liste der Pilze Bayerns und keine Bestätigung, dass ein Fund essbar ist.

Funde fachkundig prüfen lassen

Wenn du einen Pilz nicht sicher bestimmen kannst, gehört er nicht ins Essen. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie führt ein Verzeichnis von Pilzsachverständigen, in dem du nach einem Beratungsangebot in deiner Umgebung suchen kannst. Kläre die Erreichbarkeit vor deiner Tour. Fotos und Beschreibungen in einem Artenführer ersetzen die fachkundige Prüfung deiner gesammelten Pilze nicht.

Wie viel darf man in Bayern sammeln?

§ 39 Absatz 3 des Bundesnaturschutzgesetzes erlaubt die schonende Entnahme kleiner Mengen für den persönlichen Bedarf an Stellen ohne Betretungsverbot. Die Vorschrift nennt keine feste Kilogrammzahl. Leite deshalb aus einer häufig genannten Mengenangabe keine Erlaubnis für jedes bayerische Waldstück ab. Gebietsschutz, Artenschutz und örtliche Beschränkungen müssen zusätzlich beachtet werden.

Märzschnecklinge am Standort beobachten

Die BUND-Naturschutz-Kreisgruppe Dingolfing-Landau berichtet über Märzschnecklinge aus den Jahren 2009 und 2013 im Landkreis. Die DGfM kennzeichnet diese Art als geschützt ohne Eigenbedarfsausnahme. Lass sie am Standort stehen. Der Artenführer erklärt die frühe Beobachtungszeit und ähnliche Schnecklinge; die historischen Nachweise sind keine aktuellen Fundmeldungen.

Geschützte Arten und Eigenbedarf

Für Boletus edulis sowie heimische Pfifferlinge und Morcheln enthält § 2 Absatz 1 der Bundesartenschutzverordnung eine begrenzte Ausnahme von bestimmten artenschutzrechtlichen Verboten: kleine Mengen für den eigenen Bedarf. Daraus wird weder eine allgemeine Sammelerlaubnis für geschützte Pilze noch eine Erlaubnis zum gewerblichen Sammeln. Zusätzliche Regeln des konkreten Schutzgebiets bleiben zu prüfen.

Was gilt in Nationalparks und anderen Schutzgebieten?

Prüfe vor dem Losgehen, ob deine Route in einem Schutzgebiet liegt, welche Wege offen sind und welche Entnahmeregeln dort gelten. Die Bezeichnung Nationalpark beantwortet die Sammelfrage nicht allein. Maßgeblich sind die Bestimmungen des jeweiligen Gebiets und aktuelle Hinweise vor Ort; die Regelung eines Parks lässt sich nicht auf ganz Bayern übertragen.

Nationalpark Bayerischer Wald

Die Nationalparkverwaltung erlaubt in ihren Besucherinformationen ausdrücklich das Sammeln von Pilzen und Beeren für den Hausgebrauch. Ein Verkauf ist demnach nicht erlaubt; außerdem muss das geltende Wegegebot beachtet werden. Eine erlaubte kleine Sammlung berechtigt also nicht dazu, für einen Fund gesperrte Bereiche zu betreten oder vorgeschriebene Wege zu verlassen.

Andere Gebiete gesondert prüfen

Für den Nationalpark Berchtesgaden stehen die Verordnung und weitere örtliche Regelungen auf der offiziellen Parkseite bereit. Prüfe sie für dein konkretes Vorhaben, statt die Hinweise aus dem Bayerischen Wald zu übernehmen. Auch bei einer Tour außerhalb der Nationalparks solltest du die Schutzgebietsregeln und Beschilderung am gewählten Ausgangspunkt beachten.

Was ist bei Wildpilzen aus Bayern zusätzlich zu beachten?

Das Bundesamt für Strahlenschutz dokumentiert im Bericht 2026 mit Messwerten aus 2023 bis 2025 weiterhin Cäsium-137 in Wildpilzen aus Bayern, darunter Maronenröhrlinge und Semmelstoppelpilze. Die Belastung unterscheidet sich nach Art und Standort. Beachte die regionalen Messungen und Empfehlungen des BfS. Weder ein Saisonkalender noch eine Artenbestimmung liefert einen Messwert für deinen Fund.

So bereitest du deine Pilztour vor

Wähle zuerst eine erreichbare Route und prüfe deren Zugang sowie die Regeln des Gebiets. Vergleiche anschließend den Waldtyp und die Jahreszeit mit dem Artenführer deines Zielpilzes. Notiere bei späteren Besuchen, was du tatsächlich beobachtet hast, statt aus einem früheren Fund eine sichere Ernte abzuleiten. Für unklare Funde planst du eine Pilzberatung ein. So bleibt die Vorbereitung auch dann sinnvoll, wenn du mit einem leeren Korb zurückkommst.

Häufige Fragen

Wann beginnt die Pilzsaison in Bayern?

Das hängt von der Art und dem Standort ab. Der Kalender vergleicht allgemeine Saisonzeiten für 16 Arten: etwa Februar bis Mai zur Beobachtung geschützter Märzschnecklinge, April und Mai für Speisemorcheln und Juli bis Oktober für Boletus edulis. Die verlinkten Artenführer erklären die Zeiträume und ihre Quellen. Daraus folgt keine aktuelle regionale Fundprognose.

Gilt in Bayern eine einheitliche Kilogrammgrenze?

Die hier herangezogenen bundesrechtlichen Vorschriften sprechen von kleinen Mengen für den persönlichen beziehungsweise eigenen Bedarf und nennen keine feste Kilogrammzahl. Prüfe zusätzlich die örtlichen Regeln und mögliche Sammelverbote.

Darf man im Nationalpark Bayerischer Wald Pilze sammeln?

Laut Nationalparkverwaltung ist das für den Hausgebrauch erlaubt. Ein Verkauf ist nicht erlaubt, und das geltende Wegegebot muss eingehalten werden. Diese Auskunft gilt für diesen Nationalpark und ist keine allgemeine Regel für andere Schutzgebiete.

Ist der Bayerische Wald dasselbe wie Bayern?

Nein. Bayern ist das Bundesland, der Bayerische Wald eine Landschaft innerhalb Bayerns. Der Nationalpark Bayerischer Wald wiederum hat eigene Grenzen und Schutzregeln. Der Ratgeber behandelt Bayern als Ganzes.

Quellen

  1. [1]Bayerisches Landesamt für Umwelt: Pilze und ihre Habitate
  2. [2]Bayerisches Landesamt für Umwelt: Rote Liste gefährdeter Großpilze Bayerns, Boletus aereus (PDF)
  3. [3]LWF: Die Rotbuche und deren Bewirtschaftung im bayerischen Staatswald
  4. [4]LWF: Die Pilzflora der Bayerischen Naturwaldreservate, Totentrompete (PDF)
  5. [5]Pilze am Ammersee: Boletus reticulatus, Sommersteinpilz
  6. [6]Pilze am Ammersee: Macrolepiota procera, Parasol
  7. [7]Pilze am Ammersee: Agaricus campestris, Wiesen-Champignon
  8. [8]BUND Naturschutz Dingolfing-Landau: Märzschneckling, historische Nachweise
  9. [9]DGfM: Positivliste, Schutzkennzeichnung des März-Schnecklings
  10. [10]Pilze am Ammersee: Cantharellus tubaeformis, Trompeten-Pfifferling
  11. [11]Verein für Pilzkunde München: Fundliste Waldperlach 2024, Edel-Reizker (PDF)
  12. [12]BUND Naturschutz Altötting: GEO-Tag der Pilze 2020, Schopftintling in der Artenliste (PDF)
  13. [13]Norbert Griesbacher: Schwammerlsuche in Bayern, Kiefern-Steinpilz, S. 31 (PDF)
  14. [14]Naturpark Oberer Bayerischer Wald und LBV Cham: Flockenstieliger Hexenröhrling (PDF)
  15. [15]LWF: Die Kiefer in Bayern (historische Inventurdaten; hier nur als Waldtypenbeschreibung verwendet)
  16. [16]Giftzentrale Bonn: Speisemorchel (Morchella esculenta)
  17. [17]Giftzentrale Bonn: Echter Pfifferling (Cantharellus cibarius)
  18. [18]Giftzentrale Bonn: Steinpilz, Herrenpilz (Boletus edulis)
  19. [19]Bundesnaturschutzgesetz: § 39, allgemeiner Schutz wild lebender Tiere und Pflanzen
  20. [20]Bundesartenschutzverordnung: Anlage 1, geschützte Pilze
  21. [21]Bundesartenschutzverordnung: § 2, Ausnahmen für bestimmte Pilzarten
  22. [22]Nationalpark Bayerischer Wald: Häufige Fragen, Sammeln und Wegegebot
  23. [23]Nationalpark Berchtesgaden: Nationalpark-Plan und Verordnungen
  24. [24]Bundesamt für Strahlenschutz: Radioaktive Kontamination von Speisepilzen (Stand 2026, Messwerte 2023 bis 2025)
  25. [25]Deutsche Gesellschaft für Mykologie: Pilzsachverständige finden

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