Artenführer · Deutschland

Wo findet man Steinpilze in Deutschland?

Ein passender Wald und die richtige Jahreszeit helfen dir, eine Steinpilzsuche vorzubereiten. Dieser Guide stellt den Fichten-Steinpilz (Boletus edulis) vor: seine Lebensräume, eine Orientierung zur Saison und die Regeln für eine verantwortungsvolle Suche in Deutschland.

Wo findet man Steinpilze in Deutschland?

Saisonkalender

Saisonale Orientierung für Deutschland. Die Bedingungen vor Ort können abweichen.

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Steinpilze
SaisonzeitraumAußerhalb des angegebenen Zeitraums

Welcher Steinpilz ist gemeint?

Mit Steinpilzen sind nicht immer dieselben Arten gemeint. Hier geht es um Boletus edulis, auch Fichten-Steinpilz oder Herrenpilz genannt. Saison und Lebensraum anderer Steinpilzarten lassen sich daraus nicht automatisch ableiten. Achte deshalb bei Fundberichten und Bestimmungshilfen auch auf den wissenschaftlichen Namen.

Den Sommersteinpilz getrennt kennenlernen

Für den Sommersteinpilz gibt es einen eigenen Guide mit seinen dokumentierten Saisonzeiten und Merkmalen. Vergleiche die Arten, statt den Kalender des Fichten-Steinpilzes auf jeden Steinpilzfund zu übertragen.

Zum Sommersteinpilzführer

Auch den Kiefernsteinpilz vergleichen

Der Kiefernsteinpilz hat einen eigenen Artenführer. Dort findest du seine Merkmale, den dokumentierten Saisonzeitraum und Hinweise zur Vorwarnliste.

Zum Kiefernsteinpilzführer

Schwarze Steinpilze und ihren Schutz kennenlernen

Der Guide zu Schwarzen Steinpilzen behandelt Boletus aereus und erklärt, warum die Eigenbedarfsausnahme für Boletus edulis nicht für diese Art gilt. Nutze den Vergleich auch, um ähnliche Namen rechtlich auseinanderzuhalten.

Zum Guide für Schwarze Steinpilze

Röhrlinge mit roten Poren einordnen

Der Guide zu Flockenstieligen Hexenröhrlingen ergänzt den Vergleich um Stielflocken und Blaufärbung. Er behandelt auch giftige Verwechslungsarten und die Grenzen einzelner Erkennungsmerkmale.

Zum Guide für Flockenstielige Hexenröhrlinge

Welche Wälder kommen infrage?

Boletus edulis lebt als Mykorrhizapilz mit Pflanzenwurzeln zusammen. Bei dieser Lebensgemeinschaft erhält der Pilz Zucker; sein unterirdisches Geflecht unterstützt den Pflanzenpartner bei der Aufnahme von Wasser und Nährstoffen. Der sichtbare Fruchtkörper ist nur ein Teil dieses Zusammenlebens.

Fichten und Kiefern als Orientierung

Die Giftzentrale Bonn nennt Nadelwälder mit Fichten und Kiefern als Lebensraum. Auch das Bayerische Landesamt für Umwelt zeigt den Fichten-Steinpilz im Fichtenwald. Für deine Suche sind die vorhandenen Baumarten deshalb ein sinnvoller erster Anhaltspunkt.

Der Name legt ihn nicht auf Fichten fest

Die WSL beschreibt Boletus edulis als Art, die mit verschiedenen Laub- und Nadelbäumen eine Symbiose eingehen kann. Ein reiner Fichtenbestand ist also keine Voraussetzung. Umgekehrt beweist ein passender Baum noch nicht, dass du an dieser Stelle Fruchtkörper finden wirst.

Fundkarten richtig lesen

Die von der DGfM vorgestellte Kartierung Pilze Deutschlands hilft, dokumentierte Vorkommen einzuordnen. Nutze solche Nachweise als Hintergrund für die Region: Sie sagen weder, ob dort heute Pilze wachsen, noch ob du die betreffende Fläche betreten oder dort sammeln darfst.

Steinpilze in Sachsen-Anhalt

Die regionale DGfM-Kartierung dokumentiert Boletus edulis in Sachsen-Anhalt. Der Land-Guide ergänzt den Artenführer um Waldlandschaften und die örtlichen Sammelregeln. Für den Nationalpark Harz erklärt er die Bedingungen im sachsen-anhaltischen Teil; die Nachweise sind keine heutige Fundprognose.

Steinpilze in Thüringen

Für Thüringen dokumentiert die regionale DGfM-Kartierung Boletus edulis. Der Land-Guide erklärt die dortigen Waldlandschaften und Schutzgebietsregeln. Nutze die Nachweise als regionalen Hintergrund: Sie sagen nicht, ob an einem bestimmten Tag Fruchtkörper wachsen.

Steinpilze in Mecklenburg-Vorpommern

Die regionale DGfM-Kartierung dokumentiert Boletus edulis in Mecklenburg-Vorpommern. Der Land-Guide ergänzt die Artbeschreibung um Waldlandschaften und die unterschiedlichen Sammelregeln der drei Nationalparks. Ein Nachweis im Land sagt nichts über die heutige Fruchtbildung auf deiner Route aus.

Steinpilze in Schleswig-Holstein

Boletus edulis ist in der regionalen DGfM-Kartierung für Schleswig-Holstein dokumentiert. Der Land-Guide ergänzt die Artenbeschreibung um Waldporträts sowie die Regeln für nächtlichen Waldzugang und Naturschutzgebiete. Die Landeskarte ist keine aktuelle Fundprognose.

Steinpilze in Berlin

Die regionale DGfM-Kartierung dokumentiert Boletus edulis für das Land Berlin. Der Landesguide vergleicht Grunewald, Tegeler Forst und Müggelberge und erläutert die Regeln zu Sammelmengen sowie die zusätzlichen Vorgaben der Grunewald-Naturschutzgebiete. Ein Landesnachweis belegt keinen aktuellen Fund an deinem Wanderweg.

Steinpilze in Bremen

Die regionale DGfM-Kartierung dokumentiert Boletus edulis für das Land Bremen. Der Landesguide vergleicht Stadtwald, Schönebeck und Surheide und erklärt die Parkregeln, die Vorgaben zu Sammelmengen und das Betretungsverbot im Düllhamm. Ein Landesnachweis belegt keinen aktuellen Fund an deinem Wanderweg.

Steinpilze in Hamburg

Die regionale DGfM-Kartierung dokumentiert Boletus edulis für das Land Hamburg. Der Landesguide vergleicht Wohldorfer Wald, Hamburger Teile des Klövensteens und Fischbeker Heide und erläutert die Regeln zu Sammelmengen, zum Waldzugang und zu Entnahmeverboten in Naturschutzgebieten. Ein Landesnachweis belegt keinen aktuellen Fund an deinem Wanderweg.

Steinpilze im Saarland

Die regionale DGfM-Kartierung dokumentiert Boletus edulis für das Land Saarland. Der Landesguide vergleicht Bliesgau, Saarkohlenwald und Hunsrück-Hochwald und erläutert die Vorgaben zu Sammelmengen und die unterschiedlichen Regeln der Schutzgebiete. Ein Landesnachweis belegt keinen aktuellen Fund an deinem Wanderweg.

Steinpilze in Rheinland-Pfalz

Die regionale DGfM-Kartierung dokumentiert Boletus edulis in Rheinland-Pfalz. Der Land-Guide stellt Waldlandschaften wie Pfälzerwald und Soonwald vor und erklärt die unterschiedlichen Regeln der Schutzgebiete. Die Nachweise sind keine heutige Fundprognose.

Steinpilze in Nordrhein-Westfalen

Die regionale DGfM-Kartierung dokumentiert Boletus edulis in NRW. Der Land-Guide erklärt die Waldlandschaften, den Artenkalender und die dortigen Zugangs- und Sammelregeln. Die Nachweise sind keine aktuellen Fundmeldungen.

Niedersachsen: Nachweise zwischen Tiefland und Bergland

Die regionale DGfM-Kartierung dokumentiert Boletus edulis in Niedersachsen. Der Land-Guide ergänzt die Artenbeschreibung um Waldlandschaften sowie Regeln für Harz und Heide. Die Kartierung beschreibt gemeldete Nachweise, keine heutigen Fundorte.

Brandenburg als regionales Beispiel

Der Landesbetrieb Forst nennt Steinpilze unter den Pilzen der Brandenburger Wälder. Der Guide zum Bundesland ordnet Waldlandschaften und Sammelregeln ein. Die regionale Nennung enthält keine genaue Artkartierung oder aktuellen Fundorte.

Wann ist Steinpilzsaison?

Als grobe Orientierung nennt die Giftzentrale Bonn für Boletus edulis Juli bis Oktober. Das bayerische Portal GenussErbe nennt denselben Zeitraum für Steinpilze und hebt Spätsommer und Herbst hervor. Diese Angaben helfen bei der Planung, sind aber kein Kalender mit garantierten Funden für jeden Ort.

Feuchtigkeit und Wärme zusammen betrachten

GenussErbe beschreibt mildes, feuchtes Wetter als günstigen Rahmen. Daraus lässt sich jedoch kein verlässlicher Countdown nach einem einzelnen Regenschauer ableiten. Plane eine Suche als Erkundung des Waldes, nicht als zugesagte Ernte nach einer festen Zahl von Tagen.

Beobachtungen über mehrere Ausflüge vergleichen

Notiere bei deinen Touren Datum, Baumarten und den Zustand des Waldbodens. So kannst du eigene Beobachtungen später vergleichen, ohne aus einem einzelnen Fund eine allgemeine Regel abzuleiten. Prüfe vor jedem erneuten Besuch auch aktuelle Hinweise und Sperrungen für das Gebiet.

Juli bis Oktober ist hier ein Orientierungsfenster aus den genannten Quellen, keine Aussage über die aktuelle Pilzlage. Wo die Bedingungen gerade günstig sind, zeigt die täglich aktualisierte Mycora-Karte.

Merkmale und mögliche Verwechslungen

Beim Fichten-Steinpilz beschreibt die Giftzentrale Bonn einen braunen Hut, zunächst weiße und später grüngelbliche Röhren sowie ein helles Netz am oberen Stiel. Diese Merkmale müssen gemeinsam betrachtet werden; ein brauner Hut allein genügt nicht zur Bestimmung.

Ein ähnlicher Pilz: der Gallenröhrling

Der Gallenröhrling (Tylopilus felleus) kann ähnlich aussehen. Seine Röhren sind jung ebenfalls weiß, werden später jedoch rosa; am Stiel sitzt ein deutliches, grobmaschiges Netz. Er gilt als ungenießbar. Gerade junge Exemplare zeigen, warum ein einzelnes Merkmal keine ausreichende Entscheidungshilfe ist.

Den Vergleich mit Maronenröhrlingen vertiefen

Im Maronenröhrlingsführer findest du eine weitere Gegenüberstellung von Hutunterseite und Stiel. Nutze beide Beschreibungen zum Lernen und beachte jeweils die Grenzen einer Bestimmung anhand von Bildern.

Zum Maronenröhrlingsführer

Bei Unsicherheit eine Pilzberatung nutzen

Der Gallenröhrling ist ein Beispiel, keine vollständige Liste möglicher Verwechslungen. Die DGfM erklärt, dass Fotos für eine sichere Bestimmung oft nicht ausreichen. Für eine Beurteilung zum Verzehr muss eine sachkundige Person die Pilze selbst untersuchen. Das verlinkte DGfM-Verzeichnis hilft dir, eine Pilzberatung zu finden.

Dieser Guide ersetzt keine Bestimmung deines Fundes. Iss keine Pilze, deren Art nicht sicher geklärt ist, und probiere unbekannte Pilze nicht zur Bestimmung.

Welche Sammelregeln gelten in Deutschland?

Boletus edulis steht in Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung. Für diese Art erlaubt § 2 eine Ausnahme von bestimmten Schutzverboten bei der Entnahme geringer Mengen für den eigenen Bedarf. Daraus folgt keine allgemeine Sammelerlaubnis für jeden Wald oder jede andere Steinpilzart.

Kleine Mengen für den eigenen Bedarf

§ 39 Absatz 3 des Bundesnaturschutzgesetzes nennt die schonende Entnahme geringer Mengen für den persönlichen Bedarf an Stellen ohne Betretungsverbot. Diese Vorschrift und die genannte Ausnahme der Bundesartenschutzverordnung legen keine bundesweit einheitliche Kilogrammzahl fest. Erkundige dich bei der zuständigen Naturschutzbehörde nach den Vorgaben für dein Zielgebiet.

Schutzgebiete und Sperrungen prüfen

Zusätzliche Schutzvorschriften bleiben zu beachten. Im Nationalpark Schwarzwald ist das Sammeln von Pilzen beispielsweise untersagt. Prüfe den konkreten Ort und seinen Schutzstatus; eine Regel für den Nationalpark beschreibt nicht automatisch den gesamten Schwarzwald. Beachte außerdem die Hinweise und Sperrungen vor Ort.

Quellen

  1. [1]DGfM, Pilze Deutschlands: Boletus edulis in Sachsen-Anhalt
  2. [2]DGfM, Pilze Deutschlands: Boletus edulis in Thüringen
  3. [3]DGfM, Pilze Deutschlands: Boletus edulis in Mecklenburg-Vorpommern
  4. [4]DGfM, Pilze Deutschlands: Boletus edulis in Schleswig-Holstein
  5. [5]DGfM, Pilze Deutschlands: Boletus edulis in Berlin
  6. [6]DGfM, Pilze Deutschlands: Boletus edulis in Bremen
  7. [7]DGfM, Pilze Deutschlands: Boletus edulis in Hamburg
  8. [8]DGfM, Pilze Deutschlands: Boletus edulis im Saarland
  9. [9]DGfM, Pilze Deutschlands: Boletus edulis in Rheinland-Pfalz
  10. [10]DGfM, Pilze Deutschlands: Boletus edulis in Nordrhein-Westfalen
  11. [11]Giftzentrale Bonn: Steinpilz, Herrenpilz (Boletus edulis)
  12. [12]DGfM, Pilze Deutschlands: Nachweise in Niedersachsen
  13. [13]Landesbetrieb Forst Brandenburg: Birke, Dame des Waldes, Sekundarstufe II, S. 41 (PDF)
  14. [14]DGfM: Positivliste der Speisepilze (21. Januar 2024)
  15. [15]WSL / waldwissen.net: Mykorrhizapilze: die geheimen Helfer im Wald
  16. [16]Bayerisches Landesamt für Umwelt: Pilze und ihre Habitate
  17. [17]DGfM: Pilze Deutschlands, Kartierung und Verbreitung
  18. [18]GenussErbe Bayern: Bayerische Steinpilze
  19. [19]Giftzentrale Bonn: Gallenröhrling (Tylopilus felleus)
  20. [20]DGfM: Grenzen der Pilzbestimmung anhand von Bildern
  21. [21]DGfM: Pilzsachverständige finden
  22. [22]Bundesartenschutzverordnung: Anlage 1
  23. [23]Bundesartenschutzverordnung: § 2, Ausnahmen
  24. [24]Bundesnaturschutzgesetz: § 39, allgemeiner Schutz
  25. [25]Nationalpark Schwarzwald: Regeln im Park

Häufige Fragen

Wachsen Fichten-Steinpilze nur unter Fichten?

Nein. Boletus edulis kann mit verschiedenen Laub- und Nadelbäumen zusammenleben. Fichten und Kiefern sind Anhaltspunkte für die Suche, aber keine Garantie für einen Fund.

Wann lohnt sich eine Steinpilzsuche?

Die hier verwendeten Quellen nennen Juli bis Oktober als Orientierung. Ob du an einem bestimmten Ort fündig wirst, lässt sich aus dieser Zeitspanne allein nicht ableiten.

Wie viele Steinpilze darf ich sammeln?

Die genannten Bundesvorschriften erlauben unter Bedingungen geringe Mengen für den eigenen Bedarf, nennen aber keine einheitliche Kilogrammzahl. Prüfe zusätzlich die Regeln deines Zielgebiets.

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