Saisonkalender
Saisonale Orientierung für Deutschland. Die Bedingungen vor Ort können abweichen.
Welcher Steinpilz ist gemeint?
Mit Steinpilzen sind nicht immer dieselben Arten gemeint. Hier geht es um Boletus edulis, auch Fichten-Steinpilz oder Herrenpilz genannt. Saison und Lebensraum anderer Steinpilzarten lassen sich daraus nicht automatisch ableiten. Achte deshalb bei Fundberichten und Bestimmungshilfen auch auf den wissenschaftlichen Namen.
Den Sommersteinpilz getrennt kennenlernen
Für den Sommersteinpilz gibt es einen eigenen Guide mit seinen dokumentierten Saisonzeiten und Merkmalen. Vergleiche die Arten, statt den Kalender des Fichten-Steinpilzes auf jeden Steinpilzfund zu übertragen.
Zum SommersteinpilzführerAuch den Kiefernsteinpilz vergleichen
Der Kiefernsteinpilz hat einen eigenen Artenführer. Dort findest du seine Merkmale, den dokumentierten Saisonzeitraum und Hinweise zur Vorwarnliste.
Zum KiefernsteinpilzführerSchwarze Steinpilze und ihren Schutz kennenlernen
Der Guide zu Schwarzen Steinpilzen behandelt Boletus aereus und erklärt, warum die Eigenbedarfsausnahme für Boletus edulis nicht für diese Art gilt. Nutze den Vergleich auch, um ähnliche Namen rechtlich auseinanderzuhalten.
Zum Guide für Schwarze SteinpilzeRöhrlinge mit roten Poren einordnen
Der Guide zu Flockenstieligen Hexenröhrlingen ergänzt den Vergleich um Stielflocken und Blaufärbung. Er behandelt auch giftige Verwechslungsarten und die Grenzen einzelner Erkennungsmerkmale.
Zum Guide für Flockenstielige HexenröhrlingeWelche Wälder kommen infrage?
Boletus edulis lebt als Mykorrhizapilz mit Pflanzenwurzeln zusammen. Bei dieser Lebensgemeinschaft erhält der Pilz Zucker; sein unterirdisches Geflecht unterstützt den Pflanzenpartner bei der Aufnahme von Wasser und Nährstoffen. Der sichtbare Fruchtkörper ist nur ein Teil dieses Zusammenlebens.
Fichten und Kiefern als Orientierung
Die Giftzentrale Bonn nennt Nadelwälder mit Fichten und Kiefern als Lebensraum. Auch das Bayerische Landesamt für Umwelt zeigt den Fichten-Steinpilz im Fichtenwald. Für deine Suche sind die vorhandenen Baumarten deshalb ein sinnvoller erster Anhaltspunkt.
Der Name legt ihn nicht auf Fichten fest
Die WSL beschreibt Boletus edulis als Art, die mit verschiedenen Laub- und Nadelbäumen eine Symbiose eingehen kann. Ein reiner Fichtenbestand ist also keine Voraussetzung. Umgekehrt beweist ein passender Baum noch nicht, dass du an dieser Stelle Fruchtkörper finden wirst.
Fundkarten richtig lesen
Die von der DGfM vorgestellte Kartierung Pilze Deutschlands hilft, dokumentierte Vorkommen einzuordnen. Nutze solche Nachweise als Hintergrund für die Region: Sie sagen weder, ob dort heute Pilze wachsen, noch ob du die betreffende Fläche betreten oder dort sammeln darfst.
Steinpilze in Sachsen-Anhalt
Die regionale DGfM-Kartierung dokumentiert Boletus edulis in Sachsen-Anhalt. Der Land-Guide ergänzt den Artenführer um Waldlandschaften und die örtlichen Sammelregeln. Für den Nationalpark Harz erklärt er die Bedingungen im sachsen-anhaltischen Teil; die Nachweise sind keine heutige Fundprognose.
Steinpilze in Thüringen
Für Thüringen dokumentiert die regionale DGfM-Kartierung Boletus edulis. Der Land-Guide erklärt die dortigen Waldlandschaften und Schutzgebietsregeln. Nutze die Nachweise als regionalen Hintergrund: Sie sagen nicht, ob an einem bestimmten Tag Fruchtkörper wachsen.
Steinpilze in Mecklenburg-Vorpommern
Die regionale DGfM-Kartierung dokumentiert Boletus edulis in Mecklenburg-Vorpommern. Der Land-Guide ergänzt die Artbeschreibung um Waldlandschaften und die unterschiedlichen Sammelregeln der drei Nationalparks. Ein Nachweis im Land sagt nichts über die heutige Fruchtbildung auf deiner Route aus.
Steinpilze in Schleswig-Holstein
Boletus edulis ist in der regionalen DGfM-Kartierung für Schleswig-Holstein dokumentiert. Der Land-Guide ergänzt die Artenbeschreibung um Waldporträts sowie die Regeln für nächtlichen Waldzugang und Naturschutzgebiete. Die Landeskarte ist keine aktuelle Fundprognose.
Steinpilze in Berlin
Die regionale DGfM-Kartierung dokumentiert Boletus edulis für das Land Berlin. Der Landesguide vergleicht Grunewald, Tegeler Forst und Müggelberge und erläutert die Regeln zu Sammelmengen sowie die zusätzlichen Vorgaben der Grunewald-Naturschutzgebiete. Ein Landesnachweis belegt keinen aktuellen Fund an deinem Wanderweg.
Steinpilze in Bremen
Die regionale DGfM-Kartierung dokumentiert Boletus edulis für das Land Bremen. Der Landesguide vergleicht Stadtwald, Schönebeck und Surheide und erklärt die Parkregeln, die Vorgaben zu Sammelmengen und das Betretungsverbot im Düllhamm. Ein Landesnachweis belegt keinen aktuellen Fund an deinem Wanderweg.
Steinpilze in Hamburg
Die regionale DGfM-Kartierung dokumentiert Boletus edulis für das Land Hamburg. Der Landesguide vergleicht Wohldorfer Wald, Hamburger Teile des Klövensteens und Fischbeker Heide und erläutert die Regeln zu Sammelmengen, zum Waldzugang und zu Entnahmeverboten in Naturschutzgebieten. Ein Landesnachweis belegt keinen aktuellen Fund an deinem Wanderweg.
Steinpilze im Saarland
Die regionale DGfM-Kartierung dokumentiert Boletus edulis für das Land Saarland. Der Landesguide vergleicht Bliesgau, Saarkohlenwald und Hunsrück-Hochwald und erläutert die Vorgaben zu Sammelmengen und die unterschiedlichen Regeln der Schutzgebiete. Ein Landesnachweis belegt keinen aktuellen Fund an deinem Wanderweg.
Steinpilze in Rheinland-Pfalz
Die regionale DGfM-Kartierung dokumentiert Boletus edulis in Rheinland-Pfalz. Der Land-Guide stellt Waldlandschaften wie Pfälzerwald und Soonwald vor und erklärt die unterschiedlichen Regeln der Schutzgebiete. Die Nachweise sind keine heutige Fundprognose.
Steinpilze in Nordrhein-Westfalen
Die regionale DGfM-Kartierung dokumentiert Boletus edulis in NRW. Der Land-Guide erklärt die Waldlandschaften, den Artenkalender und die dortigen Zugangs- und Sammelregeln. Die Nachweise sind keine aktuellen Fundmeldungen.
Niedersachsen: Nachweise zwischen Tiefland und Bergland
Die regionale DGfM-Kartierung dokumentiert Boletus edulis in Niedersachsen. Der Land-Guide ergänzt die Artenbeschreibung um Waldlandschaften sowie Regeln für Harz und Heide. Die Kartierung beschreibt gemeldete Nachweise, keine heutigen Fundorte.
Brandenburg als regionales Beispiel
Der Landesbetrieb Forst nennt Steinpilze unter den Pilzen der Brandenburger Wälder. Der Guide zum Bundesland ordnet Waldlandschaften und Sammelregeln ein. Die regionale Nennung enthält keine genaue Artkartierung oder aktuellen Fundorte.
Wann ist Steinpilzsaison?
Als grobe Orientierung nennt die Giftzentrale Bonn für Boletus edulis Juli bis Oktober. Das bayerische Portal GenussErbe nennt denselben Zeitraum für Steinpilze und hebt Spätsommer und Herbst hervor. Diese Angaben helfen bei der Planung, sind aber kein Kalender mit garantierten Funden für jeden Ort.
Feuchtigkeit und Wärme zusammen betrachten
GenussErbe beschreibt mildes, feuchtes Wetter als günstigen Rahmen. Daraus lässt sich jedoch kein verlässlicher Countdown nach einem einzelnen Regenschauer ableiten. Plane eine Suche als Erkundung des Waldes, nicht als zugesagte Ernte nach einer festen Zahl von Tagen.
Beobachtungen über mehrere Ausflüge vergleichen
Notiere bei deinen Touren Datum, Baumarten und den Zustand des Waldbodens. So kannst du eigene Beobachtungen später vergleichen, ohne aus einem einzelnen Fund eine allgemeine Regel abzuleiten. Prüfe vor jedem erneuten Besuch auch aktuelle Hinweise und Sperrungen für das Gebiet.
Juli bis Oktober ist hier ein Orientierungsfenster aus den genannten Quellen, keine Aussage über die aktuelle Pilzlage. Wo die Bedingungen gerade günstig sind, zeigt die täglich aktualisierte Mycora-Karte.
Merkmale und mögliche Verwechslungen
Beim Fichten-Steinpilz beschreibt die Giftzentrale Bonn einen braunen Hut, zunächst weiße und später grüngelbliche Röhren sowie ein helles Netz am oberen Stiel. Diese Merkmale müssen gemeinsam betrachtet werden; ein brauner Hut allein genügt nicht zur Bestimmung.
Ein ähnlicher Pilz: der Gallenröhrling
Der Gallenröhrling (Tylopilus felleus) kann ähnlich aussehen. Seine Röhren sind jung ebenfalls weiß, werden später jedoch rosa; am Stiel sitzt ein deutliches, grobmaschiges Netz. Er gilt als ungenießbar. Gerade junge Exemplare zeigen, warum ein einzelnes Merkmal keine ausreichende Entscheidungshilfe ist.
Den Vergleich mit Maronenröhrlingen vertiefen
Im Maronenröhrlingsführer findest du eine weitere Gegenüberstellung von Hutunterseite und Stiel. Nutze beide Beschreibungen zum Lernen und beachte jeweils die Grenzen einer Bestimmung anhand von Bildern.
Zum MaronenröhrlingsführerBei Unsicherheit eine Pilzberatung nutzen
Der Gallenröhrling ist ein Beispiel, keine vollständige Liste möglicher Verwechslungen. Die DGfM erklärt, dass Fotos für eine sichere Bestimmung oft nicht ausreichen. Für eine Beurteilung zum Verzehr muss eine sachkundige Person die Pilze selbst untersuchen. Das verlinkte DGfM-Verzeichnis hilft dir, eine Pilzberatung zu finden.
Dieser Guide ersetzt keine Bestimmung deines Fundes. Iss keine Pilze, deren Art nicht sicher geklärt ist, und probiere unbekannte Pilze nicht zur Bestimmung.
Welche Sammelregeln gelten in Deutschland?
Boletus edulis steht in Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung. Für diese Art erlaubt § 2 eine Ausnahme von bestimmten Schutzverboten bei der Entnahme geringer Mengen für den eigenen Bedarf. Daraus folgt keine allgemeine Sammelerlaubnis für jeden Wald oder jede andere Steinpilzart.
Kleine Mengen für den eigenen Bedarf
§ 39 Absatz 3 des Bundesnaturschutzgesetzes nennt die schonende Entnahme geringer Mengen für den persönlichen Bedarf an Stellen ohne Betretungsverbot. Diese Vorschrift und die genannte Ausnahme der Bundesartenschutzverordnung legen keine bundesweit einheitliche Kilogrammzahl fest. Erkundige dich bei der zuständigen Naturschutzbehörde nach den Vorgaben für dein Zielgebiet.
Schutzgebiete und Sperrungen prüfen
Zusätzliche Schutzvorschriften bleiben zu beachten. Im Nationalpark Schwarzwald ist das Sammeln von Pilzen beispielsweise untersagt. Prüfe den konkreten Ort und seinen Schutzstatus; eine Regel für den Nationalpark beschreibt nicht automatisch den gesamten Schwarzwald. Beachte außerdem die Hinweise und Sperrungen vor Ort.
Quellen
- [1]DGfM, Pilze Deutschlands: Boletus edulis in Sachsen-Anhalt
- [2]DGfM, Pilze Deutschlands: Boletus edulis in Thüringen
- [3]DGfM, Pilze Deutschlands: Boletus edulis in Mecklenburg-Vorpommern
- [4]DGfM, Pilze Deutschlands: Boletus edulis in Schleswig-Holstein
- [5]DGfM, Pilze Deutschlands: Boletus edulis in Berlin
- [6]DGfM, Pilze Deutschlands: Boletus edulis in Bremen
- [7]DGfM, Pilze Deutschlands: Boletus edulis in Hamburg
- [8]DGfM, Pilze Deutschlands: Boletus edulis im Saarland
- [9]DGfM, Pilze Deutschlands: Boletus edulis in Rheinland-Pfalz
- [10]DGfM, Pilze Deutschlands: Boletus edulis in Nordrhein-Westfalen
- [11]Giftzentrale Bonn: Steinpilz, Herrenpilz (Boletus edulis)
- [12]DGfM, Pilze Deutschlands: Nachweise in Niedersachsen
- [13]Landesbetrieb Forst Brandenburg: Birke, Dame des Waldes, Sekundarstufe II, S. 41 (PDF)
- [14]DGfM: Positivliste der Speisepilze (21. Januar 2024)
- [15]WSL / waldwissen.net: Mykorrhizapilze: die geheimen Helfer im Wald
- [16]Bayerisches Landesamt für Umwelt: Pilze und ihre Habitate
- [17]DGfM: Pilze Deutschlands, Kartierung und Verbreitung
- [18]GenussErbe Bayern: Bayerische Steinpilze
- [19]Giftzentrale Bonn: Gallenröhrling (Tylopilus felleus)
- [20]DGfM: Grenzen der Pilzbestimmung anhand von Bildern
- [21]DGfM: Pilzsachverständige finden
- [22]Bundesartenschutzverordnung: Anlage 1
- [23]Bundesartenschutzverordnung: § 2, Ausnahmen
- [24]Bundesnaturschutzgesetz: § 39, allgemeiner Schutz
- [25]Nationalpark Schwarzwald: Regeln im Park

