Saisonkalender
Saisonale Orientierung für Deutschland. Die Bedingungen vor Ort können abweichen.
Welcher Pfifferling ist gemeint?
Hier geht es um den Echten Pfifferling, Cantharellus cibarius, auch Eierschwamm genannt. Der Name Pfifferling wird außerdem für weitere Arten der Gattung Cantharellus verwendet. Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft beschreibt beispielsweise verschiedene Pfifferlingsarten im Buchenwald. Achte bei Artenporträts und Fundmeldungen deshalb auf den wissenschaftlichen Namen.
In welchen Wäldern wachsen Pfifferlinge?
Pfifferlinge sind Mykorrhizapilze: Ihr unterirdisches Geflecht lebt mit Baumwurzeln zusammen. Dabei erhält der Pilz Zucker vom Baum und unterstützt ihn bei der Aufnahme von Wasser und Mineralstoffen. Diese Lebensgemeinschaft erklärt, warum du bei der Suche auch auf die Bäume und den Zustand des Waldes achten solltest.
Fichten, Buchen und moosige Stellen
Das Bundeszentrum für Ernährung nennt lichte Wälder mit moosigen Böden und besonders Fichten und Rotbuchen als Orientierung. Auch Eichen, Kiefern und Tannen kommen als Baumpartner infrage. Die Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft führt Cantharellus cibarius ausdrücklich als Pilz der Buchenwälder auf. Die Suche ist also nicht auf Nadelwälder beschränkt.
Lebensräume erkunden statt Fundstellen voraussetzen
Ein geeigneter Baumbestand ist ein Anhaltspunkt, aber kein Nachweis für Pfifferlinge. Schau dir den Lebensraum bei mehreren Besuchen an und halte Datum und Beobachtungen fest. Lass Moospolster und Waldboden unbeschädigt; der Schutz des Lebensraums kommt auch dem Pilzgeflecht zugute.
Was eine Verbreitungskarte aussagt
Das von der DGfM vorgestellte Portal Pilze Deutschlands zeigt dokumentierte Vorkommen. Solche Meldungen können dir helfen, eine Region einzuordnen. Sie sind keine Auskunft darüber, ob dort heute Fruchtkörper wachsen, und keine Erlaubnis, die Fläche zu betreten oder Pilze mitzunehmen.
Pfifferlinge in Sachsen-Anhalt
Cantharellus cibarius ist in der DGfM-Kartierung für Sachsen-Anhalt belegt. Im Land-Guide findest du dazu Waldporträts und Hinweise für die Tourenplanung. Die regionale Kartierung ersetzt weder die Kontrolle örtlicher Schutzregeln noch die sichere Bestimmung deines Fundes.
Pfifferlinge in Thüringen
Die DGfM-Kartierung weist Cantharellus cibarius für Thüringen nach. Der Land-Guide verbindet den Artenkalender mit Waldporträts und den örtlichen Sammelregeln. Im Nationalpark Hainich kommt es insbesondere auf die Zone und den erlaubten Zeitraum an.
Pfifferlinge in Mecklenburg-Vorpommern
Cantharellus cibarius ist in der DGfM-Kartierung für Mecklenburg-Vorpommern belegt. Der Land-Guide verbindet den Artenkalender mit Waldporträts und erklärt die Regeln für Müritz, Jasmund und die Vorpommersche Boddenlandschaft. Prüfe für deine Tour die konkrete Schutzzone und die örtlichen Hinweise.
Pfifferlinge in Schleswig-Holstein
Die DGfM-Kartierung enthält Nachweise von Cantharellus cibarius in Schleswig-Holstein. Im Land-Guide findest du dazu Waldlandschaften und die örtlichen Sammelregeln. Eine regional dokumentierte Art darf nicht automatisch auf jeder geschützten Fläche entnommen werden.
Pfifferlinge in Berlin
Die regionale DGfM-Kartierung dokumentiert Cantharellus cibarius für das Land Berlin. Der Landesguide vergleicht Grunewald, Tegeler Forst und Müggelberge und erläutert die Regeln zu Sammelmengen sowie die zusätzlichen Vorgaben der Grunewald-Naturschutzgebiete. Ein Landesnachweis belegt keinen aktuellen Fund an deinem Wanderweg.
Pfifferlinge in Bremen
Die regionale DGfM-Kartierung dokumentiert Cantharellus cibarius für das Land Bremen. Der Landesguide vergleicht Stadtwald, Schönebeck und Surheide und erklärt die Parkregeln, die Vorgaben zu Sammelmengen und das Betretungsverbot im Düllhamm. Ein Landesnachweis belegt keinen aktuellen Fund an deinem Wanderweg.
Pfifferlinge in Hamburg
Die regionale DGfM-Kartierung dokumentiert Cantharellus cibarius für das Land Hamburg. Der Landesguide vergleicht Wohldorfer Wald, Hamburger Teile des Klövensteens und Fischbeker Heide und erläutert die Regeln zu Sammelmengen, zum Waldzugang und zu Entnahmeverboten in Naturschutzgebieten. Ein Landesnachweis belegt keinen aktuellen Fund an deinem Wanderweg.
Pfifferlinge im Saarland
Die regionale DGfM-Kartierung dokumentiert Cantharellus cibarius für das Land Saarland. Der Landesguide vergleicht Bliesgau, Saarkohlenwald und Hunsrück-Hochwald und erläutert die Vorgaben zu Sammelmengen und die unterschiedlichen Regeln der Schutzgebiete. Ein Landesnachweis belegt keinen aktuellen Fund an deinem Wanderweg.
Pfifferlinge in Rheinland-Pfalz
Für Cantharellus cibarius liegen Nachweise in der DGfM-Kartierung für Rheinland-Pfalz vor. Der Land-Guide verbindet die Artenführer mit Waldporträts und örtlichen Sammelregeln, insbesondere für die Kernzonen des Pfälzerwalds und den Nationalpark Hunsrück-Hochwald.
Pfifferlinge in Nordrhein-Westfalen
Für Cantharellus cibarius liegen Nachweise in der regionalen DGfM-Kartierung von NRW vor. Der Guide zum Bundesland ordnet Wälder und örtliche Regeln ein. Er unterscheidet insbesondere zwischen einer Pilzwanderung und dem Sammeln in Schutzgebieten.
Pfifferlinge in Niedersachsen
Für Cantharellus cibarius liegen Nachweise in der niedersächsischen DGfM-Kartierung vor. Im Guide zum Bundesland findest du die Einordnung von Waldtypen und Schutzgebietsregeln. Eine regionale Meldung sagt nicht, ob auf deiner Route gerade Pfifferlinge wachsen.
Pfifferlinge in Brandenburg
Die Waldpädagogik des Landesbetriebs Forst nennt Pfifferlinge für Brandenburg, ohne die einzelnen Arten der Gattung aufzuschlüsseln. Im Brandenburg-Guide findest du den regionalen Rahmen zu Wäldern und Schutzgebieten. Die Nennung belegt keine heutige Fundstelle.
Wann ist Pfifferlingssaison in Deutschland?
Die Giftzentrale Bonn nennt für den Echten Pfifferling Juni bis November. Dieses Zeitfenster liegt dem Kalender oben zugrunde. Das bayerische Portal GenussErbe beschreibt für Pfifferlinge dagegen Juni bis Oktober. Die Angaben dienen der saisonalen Orientierung und legen keinen einheitlichen Beginn oder Endtermin für jeden Wald fest.
Witterung und Standort gemeinsam betrachten
GenussErbe nennt mildes, feuchtes Wetter als günstigen Rahmen. Ob du vor Ort Pfifferlinge findest, lässt sich daraus nicht sicher ableiten. Ein einzelner Regenschauer ist kein verlässlicher Startschuss; auch eine feste Wartezeit nach Regen wäre für alle Standorte zu pauschal. Vergleiche lieber den Waldzustand und deine Beobachtungen über mehrere Ausflüge.
Die Saison im Handel ist nicht die Saison vor deiner Haustür
Frühe Pfifferlinge im Geschäft können aus anderen Ländern stammen. Das Bundeszentrum für Ernährung berichtete im Juli 2026 beispielsweise über besonders frühe Importe vom Balkan. Solche Marktberichte belegen keinen frühen Saisonbeginn in deinem deutschen Suchgebiet.
Juni bis November dient zur Orientierung für den Echten Pfifferling. Der Kalender zeigt keine aktuellen Funde oder Spitzenmonate. Wo die Bedingungen gerade günstig sind, zeigt die täglich aktualisierte Mycora-Karte.
Echter oder Falscher Pfifferling: Welche Unterschiede gibt es?
Die Giftzentrale Bonn beschreibt beim Echten Pfifferling einen gelben, fleischigen Hut und verzweigte Leisten, die am Stiel herablaufen. Leisten sind keine dünnen, blattartigen Lamellen. Das Fleisch wird als fest und faserig beschrieben. Farbe oder Hutform allein reichen zur Bestimmung nicht aus.
Der Falsche Pfifferling hat Lamellen
Beim Falschen Pfifferling (Hygrophoropsis aurantiaca) nennt die Giftzentrale Bonn dünne, eng stehende, verzweigte Lamellen und weicheres Fleisch. Auch seine Hutunterseite kann am Stiel herablaufen. Dieses gemeinsame Merkmal ist deshalb keine sichere Abgrenzung. Der Falsche Pfifferling kann Magen-Darm-Beschwerden verursachen; das Bundeszentrum für Ernährung warnt davor auch bei gegarten Exemplaren. Sammle ihn nicht als Speisepilz.
Weitere Hutunterseiten kennenlernen
Der Semmelstoppelpilzführer ergänzt den Vergleich um stacheltragende Pilze. Schau dir die Merkmale im Zusammenhang an; eine einzelne Struktur genügt nicht zur sicheren Bestimmung.
Zum SemmelstoppelpilzführerLamellen am Beispiel des Parasols ansehen
Der Parasolführer ergänzt den Vergleich verschiedener Hutunterseiten. Er erklärt außerdem die Grenzen einfacher Erkennungsregeln und wichtige Verwechslungen innerhalb der Schirmlinge.
Zum ParasolführerTrompetenpfifferlinge gesondert kennenlernen
Der Trompetenpfifferlingsführer behandelt Craterellus tubaeformis. Er ergänzt den Vergleich um eine weitere Art mit Leisten und erklärt die Abgrenzung zu ähnlich benannten Pilzen sowie mögliche Verwechslungen.
Zum TrompetenpfifferlingsführerDunkle Trichter mit Totentrompeten vergleichen
Der Totentrompetenführer stellt eine weitere Art vor und erklärt ihre Abgrenzung zu ähnlichen Pilzen. Die beiden Guides helfen dir, unterschiedliche Formen kennenzulernen.
Zum TotentrompetenführerEine Gegenüberstellung ersetzt keine Pilzberatung
Der Falsche Pfifferling ist ein Beispiel für eine mögliche Verwechslung, keine vollständige Liste ähnlicher Pilze. Die DGfM weist darauf hin, dass Bilder für eine sichere Bestimmung oft nicht genügen. Für eine Beurteilung zum Verzehr muss der Fund persönlich untersucht werden. Über das DGfM-Verzeichnis findest du Pilzsachverständige für eine Beratung.
Iss keine Pilze, deren Art nicht sicher geklärt ist. Probiere unbekannte Pilze auch nicht zur Bestimmung. Eine gelbe Farbe und herablaufende Strukturen unter dem Hut sind keine Freigabe zum Verzehr.
Wie transportierst du deine Funde?
Nimm nur sicher bestimmte, frische und unverdorbene Speisepilze mit. Die DGfM empfiehlt einen Korb, in dem die Pilze locker liegen und Luft bekommen. Plastiktüten sind ungeeignet. Unbekannte Exemplare für eine Beratung müssen getrennt von den Speisepilzen bleiben.
Frische und sichere Bestimmung gehören zusammen
Lass überalterte oder verdorbene Pilze stehen. Verarbeite deine sicher bestimmten Funde zeitnah und erhitze sie vor dem Essen ausreichend. Garen ersetzt weder die Artbestimmung noch die Prüfung des Zustands: Ein unbekannter Pilz wird durch Erhitzen nicht automatisch essbar.
Welche Sammelregeln gelten für Pfifferlinge?
Die heimischen Arten der Gattung Cantharellus stehen in Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung. § 2 erlaubt für Pfifferlinge eine Ausnahme von bestimmten Schutzverboten bei der Entnahme geringer Mengen für den eigenen Bedarf. Der Schutzstatus bedeutet daher weder ein ausnahmsloses Sammelverbot noch eine Erlaubnis, überall beliebig viel mitzunehmen.
Keine bundesweit feste Kilogrammzahl
§ 39 Absatz 3 des Bundesnaturschutzgesetzes nennt die schonende Entnahme geringer Mengen für den persönlichen Bedarf an Stellen ohne Betretungsverbot. Diese Vorschrift und die Ausnahme in der Bundesartenschutzverordnung nennen keine bundesweit einheitliche Kilogrammzahl. Prüfe bei der zuständigen Naturschutzbehörde, welche Vorgaben für dein Zielgebiet gelten.
Die Regeln des konkreten Gebiets beachten
Schutzgebietsregeln und örtliche Sperrungen gelten zusätzlich. Im Nationalpark Schwarzwald dürfen beispielsweise keine Pilze gesammelt werden. Diese Regel betrifft den Nationalpark und lässt sich nicht pauschal auf den gesamten Schwarzwald übertragen. Prüfe vor deiner Tour die Gebietsgrenzen, Wegegebote und aktuellen Hinweise.
Quellen
- [1]DGfM, Pilze Deutschlands: Cantharellus cibarius in Sachsen-Anhalt
- [2]DGfM, Pilze Deutschlands: Cantharellus cibarius in Thüringen
- [3]DGfM, Pilze Deutschlands: Cantharellus cibarius in Mecklenburg-Vorpommern
- [4]DGfM, Pilze Deutschlands: Cantharellus cibarius in Schleswig-Holstein
- [5]DGfM, Pilze Deutschlands: Cantharellus cibarius in Berlin
- [6]DGfM, Pilze Deutschlands: Cantharellus cibarius in Bremen
- [7]DGfM, Pilze Deutschlands: Cantharellus cibarius in Hamburg
- [8]DGfM, Pilze Deutschlands: Cantharellus cibarius im Saarland
- [9]DGfM, Pilze Deutschlands: Cantharellus cibarius in Rheinland-Pfalz
- [10]DGfM, Pilze Deutschlands: Cantharellus cibarius in Nordrhein-Westfalen
- [11]Giftzentrale Bonn: Echter Pfifferling (Cantharellus cibarius)
- [12]DGfM, Pilze Deutschlands: Nachweise in Niedersachsen
- [13]Landesbetrieb Forst Brandenburg: Birke, Dame des Waldes, Sekundarstufe II, S. 41 (PDF)
- [14]Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft: Die Pilzwelt der Buche
- [15]Bayerisches Landesamt für Umwelt: Ökologie und Schutz der Pilze
- [16]Bundeszentrum für Ernährung: Frühe Pfifferling-Saison 2026 (8. Juli 2026)
- [17]DGfM: Pilze Deutschlands, Kartierung und Verbreitung
- [18]GenussErbe Bayern: Bayerische Pfifferlinge
- [19]Giftzentrale Bonn: Falscher Pfifferling (Hygrophoropsis aurantiaca)
- [20]DGfM: Grenzen der Pilzbestimmung anhand von Bildern
- [21]DGfM: Pilzsachverständige finden
- [22]DGfM: Speisepilze, Sammeln, Transport und Zubereitung
- [23]Bundesartenschutzverordnung: Anlage 1
- [24]Bundesartenschutzverordnung: § 2, Ausnahmen
- [25]Bundesnaturschutzgesetz: § 39, allgemeiner Schutz
- [26]Nationalpark Schwarzwald: Regeln im Park

